Jakob? Das hat zunächst nicht viel mit Kaffee und meinen Träumen zu tun... aber letztendlich doch sehr viel.
Es ist sehr "leicht" Visionen und Träume zu haben und diese mit Enthusiasmus, Elan, Glauben, Vertrauen und vielleicht auch mit dem gewissen kleinen (aber nötigen) Anteil von Naivität zu verfolgen, wenn es einem gut geht. Ganz anders, wenn es im Leben stürmt, man von den Flutwellen überrollt wird und den Boden unter den Füßen verliert. Das habe ich in den letzten Monaten hautnah erlebt - leider. Und ich merke, dass es dann gar nicht mehr so einfach ist, Visionen zu haben, sie weiter zu verfolgen und den Mut zu haben, zu träumen und Gutes zu erwarten. Die Gefahr, dass die Träume unter dem ganzen Schaden und Geröll, der durch die Flutwelle entstand, verschüttet werden, ist hoch. Vielleicht hat man das diesem Blog noch gar nicht so entnommen - aber zur Zeit bin ich ziemlich weit weg von der enthusiastischen und Initiativen Träumerin, die ich vor vielen Monaten mal war. Ich war meistens die, die anderen Mut gemacht hat - jetzt bin ich es, die dies von anderen braucht. Ich habe mich die letzten Tage gefragt, warum ich in diesem Blog trotzdem so positiv schreibe - ob es eine Maske ist, die ich aufsetze... Aber das ist es nicht. Dieser Blog hilft mir dabei, nicht zu zulassen, dass meine Träume ganz verschwinden...
Vor drei Wochen habe ich im Kinderprogramm unserer Gemeinde die Geschichte von Jakob und der Himmelsleiter erzählt. Jakob lag abgekämpft, heimatlos, angstvoll auf die Zukunft blickend und müde auf einem Stein. Als er einschlief, träumte er von einer Leiter die zum Himmel führte. Und in diesem Traum gibt Gott ihm eine "Vorschau" auf das was kommt und sagte etwas wichtiges zu ihm:
Mehr noch, ich werde bei dir sein und dich beschützen, wo du auch hingehst. Ich werde dich in dieses Land zurückbringen. Ich werde dich nie im Stich lassen und stehe zu meinen Zusagen, die ich dir gegeben habe. (1. Mose 28, 15)Jedes Kind bekam an diesem Sonntag einen kleinen Stein für die Hosentasche, als Erinnerung dass die Zusage die Gott Jakob gab, auch ihnen gilt - wo sie auch hingehen. Ich habe mir auch so einen Stein mitgenommen. Und immer an den "Jakob" Tagen (die es gerade öfter gibt), wenn ich die Erinnerung an Gottes Zusage besonders brauche, stecke ich mir das Steinchen in die Hosentasche.
Ungewöhnlich, dass ich so etwas hier schreibe. Aber genau so wie ich über meine Träume in diesem Blog schreibe, damit ich sie nicht verliere, musste ich jetzt über diesen Halt in meinem Leben schreiben, den ich in dem "Geröll" auch nicht verlieren will.
In diesem Sinne: Wohin du auch heute gehst, Gott sagt: ICH BIN BEI DIR!
Ich trink jetzt erst mal noch ein Tässle Kaffee - und dann gehe ich arbeiten :)